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Dorferneuerung: Erste Maßnahmen vorgestellt

Bei der Bürgerversammlung in Joshofen hat sich am Montagabend eine große Mehrheit für den ersten Bauabschnitt der Dorferneuerung ausgesprochen.

Die Gegner des Plans zur Dorferneuerung, der in der Sportgaststätte Joshofen vorgestellt wurde, meldeten sich zwar fleißig zu Wort, doch ein Meinungsbild brachte es zutage. Nur 13 der 100 anwesenden über 16 Jahre alten Joshofener stimmten gegen den Plan. „So günstig wie jetzt kriegt ihr die Dorferneuerung nie wieder“ meinte Ortssprecher Eduard Lunzner und nannte damit einen wichtigen Grund dafür.

Und tatsächlich wird wohl nur etwa ein Viertel der Kosten auf die betroffenen Anlieger umgelegt werden, erläuterte Katharina Huber von der Stadtverwaltung Neuburg, die das etwas komplizierte sogenannte „Beitragsrecht“ deutlich und allgemein verständlich darstellte. Damit ist der Beitrag gemeint, den die Anlieger und Nutznießer der betroffenen Straßen im Dreieck Donaustraße – Jurahang – Am Gries zurück zur Donaustraße für die Erneuerung des Dorfkerns bezahlen müssen. Die Hälfte der Kosten stammt als Förderung aus öffentlicher Hand, etwa ein Viertel schießt die Stadt Neuburg zu und für den Rest werden die betroffenen Bürger zur Kasse gebeten.

Eröffnet wurde die Versammlung zur Dorferneuerung in Joshofen von Brunhilde Mai vom Amt für ländliche Entwicklung, das für Dorferneuerungen in ganz Oberbayern zuständig ist. Neben dem Dritten Bürgermeister Johann Habermeyer konnte sie auch den zuständigen Architekten Walter Herb sowie Stadträte und den für die Aktion zuständigen Vorstand der Teilnehmergesellschaft von Joshofen begrüßen. Sie würdigte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Seit einem Jahr treiben die Stadt Neuburg, das Architekturbüro Herb, die von den Joshofenern gewählte Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft, dem Ortsteilsprecher und das Amt für ländliche Entwicklung Planung zur Erneuerung des Dorfkerns voran. So wurde der Auftrag für einen Planentwurf an das Architekturbüro Herb aus Thierhaupten vergeben, der Entwurf dann der Stadt Neuburg vorgestellt, es wurden Anliegergespräche geführt, der Boden und die Straßenbeschaffenheit untersucht und ein Artenschutzgutachten angefordert. Zu tun bleibe noch sehr viel, so Brunhilde Mai. Vor allem müssten die Joshofener ihre Meinung dazu äußern, es müssen der Stadtrat und zuständige Behörden gehört, ein Ausführungs- und ein Finanzplan erstellt werden und etliches mehr. Der Baubeginn ist für kommendes Jahr vorgesehen. Um die Veränderungen zu dokumentieren, sucht Mai nach einem engagierten Fotografen. Spontan meldete sich zwar niemand, doch hofft sie, noch jemanden zu finden.

Architekt Walter Herb stellte die jetzige Planung vor. Danach wird die Straße „Jurahang“ von der Donaustraße her zur Straße „Am Gries“ in diese Richtung Einbahnstraße und die Straße „Am Gries“ zurück zur Donaustraße ebenfalls. In diesen beiden Straßen wird die Asphaltdecke erneuert, Gehwege werden markiert aber nicht mehr erhöht, so dass auch zum Beispiel Mähdrescher durchfahren können. In der Donaustraße wird bei Bedarf auch der Untergrund erneuert. Durch Einengungen soll in dieser Durchgangsstraße der Verkehr verlangsamt werden. Durch Begrünung, eine neue Beleuchtung und Parkplätze werden die Hauptstraßen ein anderes Gesicht erhalten. Vor der Abstimmung über ein Meinungsbild stellte Walter Herb noch einmal klar, dass der Straßenausbau in sechs bis acht Jahren auf alle Fälle nötig werde, nur gebe es dann eben keine Zuschüsse mehr.

Schließlich sprach der erst vor einigen Monaten gewählte, sehr engagierte Ortssprecher Eduard Lunzner noch eine ganze Reihe von Themen an, die den Joshofenern am Herzen liegen. Wichtig sei die Breitband- und die Nahwärmeversorgung, ein Wendeplatz für den Schulbus, ein Bushäuschen und einiges mehr. Ein Herzenswunsch sei ihm eine zweite Dorfeinfahrt von der B 16 her. Sie wurde auf einer Sitzung des Ältenstenrats der Stadt Neuburg aber rundweg abgelehnt. Sie könne nur kommen, wenn Joshofen deutlich wachse. Eduard Lunzner plädierte deshalb auch für die Ausweisung von Neubaugebieten, die zwischen der Bundesstraße und dem Weiher entstehen könnten. Doch darüber soll in einer künftigen Versammlung gesprochen werden. Brunhilde Mai beendete nach fast drei Stunden die Versammlung mit dem Kompliment, dass niemand eingeschlafen sei.



Quelle: Donaukurier / Rainer Hamp


Veröffentlicht
13:37:00 13.08.2015
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